Ganzheitliche Gesundheitsförderung nach Sebastian Kneipp

Der pädagogische Schwerpunkt unserer Arbeit ist das Gesundheitskonzept nach Sebastian Kneipp.

Wer war Sebastian Kneipp?

Vor über 100 Jahren wurde er in ärmlichen Verhältnissen geboren. Er bewältigte mit großer Ausdauer und Energie Krankheiten und Schicksalsschläge. Er war ein weitsichtiger, katholischer Pfarrer, dessen Name durch seine Lehre weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt wurde. Durch eigene Erfahrungen und Beobachtungen entwickelte er ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, aufgebaut auf 5 Säulen.

 

Es ist wichtig, dass auch in den Elternhäusern möglichst oft auf diese Prinzipien geachtet wird. Es hilft allen, wenn auf einen geordneten Tagesablauf, auf richtige Ernährung, viel Bewegung und auf eine Prävention von Erkältungs- und anderen Krankheiten geachtet wird.

 

 

Die fünf dargestellten Säulen begleiten unsere gesamte Arbeit.

 

 

 

 

1. Säule: Seelisches Wohlbefinden - „Lebensordnung“

Seelisches Wohlbefinden ist die Grundlage allen Tuns. Das Kind fühlt sich dann wohl und geborgen. Um das zu erreichen, wird jedes Kind in seiner einmaligen Persönlichkeit angenommen und bestärkt.

 

Dazu tragen im einzelnen bei:

  • Ein bewusst geplanter Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, zwischen Bewegung und Ruhe.
  • Ein überschaubarer Tagesrhythmus und Rituale, die Sicherheit bieten.
  • Ein Erzieherverhalten mit Vertrauen, Ermutigung, Lob und Anerkennung.
  • Grenzen erkennen und erfahren und mit ihnen umgehen können.

Regeln und Grenzen verhelfen dem Schwächeren zu seinem Recht und zeigen dem Stärkeren seine Grenzen. Ziel ist es, mutig seine Gefühle und Standpunkte zu leben und zu vertreten. Ebenso wichtig ist es, die der anderen zu respektieren und anzuerkennen, egal ob sie groß oder klein, stark oder schwach, gleich oder anders sind.

 

 

2. Säule: Bewegung

Für eine altersgerechte Entwicklung der kindlichen Motorik und seines „Selbst“ benötigt das Kind eine Vielfalt an Körper-, Bewegungs- und Sinneserfahrungen, die nicht abstrakt vermittelt werden, sondern durch praktische Erfahrungen ganzheitlich „begriffen und gefühlt“ werden.

Die motorische Entwicklung gilt als die Grundlage der gesamten Persönlichkeitsentwicklung, weil bereits durch die allerersten Bewegungen das Gehirn bzw. die emotionalen und geistigen Kräfte zur weiteren Entwicklung angeregt werden.

Durch fehlende Spielräume, z.B. durch zunehmenden Verkehr und verstärkten Medienkonsum sind die Kinder vielfach in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Dazu kommt, dass die Umwelt mehr Gefahrenpunkte aufzeigt, was zur Folge hat, dass die Eltern ihre Kinder mehr behüten und beschützen und weniger Freiräume geben (können/ müssen).

In unserer Arbeit betrachten wir es als sehr wichtig, die Motorik stärker zu fördern wie z.B. durch Spielen im Außengelände, in der Bewegungsbaustelle oder durch freies und angeleitetes Bewegen im Bewegungsraum.

 

3. Säule: Wasser

 

Mit Wasseranwendungen werden z. B. über die Haut Temperaturreize vermittelt, die im Körper positive Reaktionen auslösen. Sie stärken die Abwehrkräfte und wirken ausgleichend und belebend auf Herz, Kreislauf und Nervensystem.

 

Dazu trägt im einzelnen bei:

 

  • Wasser mit allen Sinnen erschließen
  • Experimentierfreude fördern
  • Naturerlebnisspiele
  • Wasser als Existenzgrundlage schätzen und schützen lernen

 

4. Säule: Gesunde Ernährung

 

Gesunde Kinder fühlen sich wohl in ihrer Haut, sind aktiv und voller Lebensfreude. Die richtige Ernährung trägt wesentlich zur Erhaltung der Gesundheit bei. Deshalb empfiehlt sich eine ausgewogene vollwertige Mischkost, natürlich mit genügend Spielraum für Essgenuss.

 

Dabei ist es uns wichtig:

 

  • Bewusstsein für gesunde Ernährung schaffen
  • Essen in der Gemeinschaft
  • Tisch- und Esskultur erleben und erlernen
  • Herstellung von Marmeladen, Säften, Tees u. a.

 

5. Säule: Kräuter

 

Der direkte Umgang mit den Kräutern als Schätze der Natur fördert das Verständnis für die Einbettung des Menschen in den Lebenskreislauf mit all seinen Möglichkeiten und Grenzen. Die Entwicklung zum Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt und dem eigenen Körper wird unterstützt. Ohne Nebenwirkungen können die Kräfte der Natur Körper und Seele  wieder ins Gleichgewicht bringen.

(vergl. Nds. OP S.24 f). 

 

Dazu tragen bei:

 

  • direkter Umgang mit dem „Schatz“ der Natur wie z.B. mit Gartenkräuter
  • kennen lernen und Umgang mit heimischen Wildpflanzen
  • Kräutergarten: Pflege, Ernte, Verarbeitung

 

Mit Unterstützung des Kneipp-Verein Wunstorf
www.kneippverein-wunstorf.de